Veröffentlicht in Alltag, Blaulichtgeschichten, Denkarium, Erste Hilfe, Familie, Hilfe zur Selbsthilfe, Krankheit & Leben

Wenn die Nase blutet (Epistaxis)

So lange war es wieder ruhig hier, doch hält mich die Uni in ihren Fängen. Jetzt muss ich jedoch mal eine Pause von meinen Vor- und Nachbereitungen machen. Daher möchte ich heute ein neues erste Hilfe Thema liefern. Es soll um Nasenbluten (auf Schlau Epistaxis) gehen. Eine gar nicht so seltene Sache. Allerdings werde ich hier heute den Punkt Symptome weg lassen, da diese ja klar sind. Es blutet aus der Nase. Eines noch bevor ich loslege: Bei Kindern ist Nasenbluten fast immer harmlos. Bei Erwachsenen kann es ein Anzeichen eines bedrohlich hohen Blutdruckes sein.

Doch jetzt stürzen wir uns ins Geschehen des Nasenblutens!

Definition:

Was soll ich da groß definieren. Es kommt Blut aus der Nase. Allerdings möchte ich erklären warum es aus der Nase so stark blutet. Dies hat vor allem damit zu tun, dass sich in der Nase der sogenannte Locus Kiesselbachi befindet sich im vorderen Nasenseptum ( der vorderen Nasenscheidewand). Dieser ist ein Gefäßgeflecht wo sich Venen und Arterien treffen. Also ist es dort sehr, sehr gut durchblutet. Allerdings kann einem dieses Wissen auch beim Bekämpfen des Nasenblutens helfen. In dem man die Nase knapp vor dem knöchernen Teil zusammenpresst kann man die Blutung versuchen zu stoppen. Weiter unten mehr dazu.

Ursachen:

Die Ursachen für Nasenbluten sind vielfältig. Allerdings ist es wichtig zwischen lokaler und Internistischer Ursache zu unterscheiden.Also ob sich durch Manipulation ( Poppeln oder ähnliches) eine Wunde gebildet und die oberflächlichen Gefäße verletzt wurden oder eben durch einen sehr stark erhöhten Blutdruck die Gefäße geplatzt sind.

Maßnahmen:

  1. Ganz wichtig Kopf und Oberkörper nach vorne beugen. Bitte auf KEINEN Fall den Kopf in den Nacken legen. Sonst fließt das Blut in den Rachen, damit in den Magen und es kommt zum Erbrechen. Da der Magen mit dem Blut überfordert ist.
  2. Etwas zum kühlen in den Nacken und/ oder auf den Nasenrücken. Damit möchte man erreichen, dass sich die Gefäße auch in der Nase zusammen ziehen und die Blutung zum erliegen kommt.
  3. Sollte nach 15 min die Blutung nicht zum stehen kommen, Blutverdünnende Medikamente eingenommen werde oder zusätzlich Anzeichen eines hohen Blutdrucks(Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen) auftreten sollte der Rettungsdienst hin zu gezogen werden oder ein Arzt aufgesucht werden.

Versorgung in der Klinik:

In der Klinik gibt es verschiedne Varianten um die Blutung zu stoppen. Eine ist die Tamponade also etwas wie einen Tampon in die Nase zu tun und durch Druck eben die Blutung zu stoppen. Zusätzlich kann Adrenalin örtlich gespritzt werden, da sich die Gefäße dadurch verengen und auch so die Blutung hoffentlich stoppt. Sowohl akut, als auch zur Vorbeugung kann die Blutungsquelle auch verödet werden, also mit Strom sozusagen verbrannt und verklebt werden.

Geschichte aus dem Rettungsdienstleben:

In meinem Rettungsdienstleben habe ich schon einige Einsätze mit dem Stichwort unstillbares Nasenbluten erlebt. Ich meine jetzt Nasenbluten, dass spontan und nicht in Folge einer nonverbalen Eskalation und Versorgung des zweiten Siegers auftrat. Besonders ein Einsatz ist mir dabei in Erinnerung geblieben.

Es ist stockdunkel, regnet aus Kübeln und ist kurz vor 5 Uhr am Morgen, als mich die plötzlich komplette Erleuchtung meines Ruheraumes und das schrillen des Melders aus dem Schlaf reißen. Im Laufen zum Fahrzeug lese ich das Stichwort unstillbares Nasenbluten und die Adresse. Im Auto angekommen habe ich  in der Karte die Straße gefunden, der Familienmensch steigt ein wir fahren los.

Wir kommen an der Einsatzstelle an. Es ist stockdunkel. Ich stehe erst mal in einer Pfütze. Als wir uns zu den Wohnhäusern des Bauernhofes vorgearbeitet haben erwartet uns eine Frau um die 40. Sie erklärt das es sich um ihren Vater handle. Er habe sie nun geweckt, weil seit 2 Stunden seine Nase nicht aufhört zu bluten. Wir kommen in ein Schlafzimmer. Ein älterer Herr sitzt auf dem Bett. In seinem Nacken ein nasses Handtuch. Vor ihm ein Eimer wo schon eine ansehnliche Menge Blut zu erkennen ist. Nach kurzer Nachfrage ist klar, er nimmt auch ein Medikament, dass die Blutgerinnung hemmt. Der Blutdruck ist eher zu niedrig als zu hoch. Naja wer weiß vielleicht hat er gepoppelt. Wir müssen ihn mitnehmen. Es gäbe die Möglichkeit ein Medikament auf eine Kompresse zu tun, dass die Blutgefäße sich verengen lassen, doch das darf nur der Arzt. Wir bringen ihn also ins Auto. Tun ein Coolpack in den Nacken. Geben ihm einen Sicksack( Große Spucktüte) und fahren zügig in die nächste Hals-Nasen-Ohren Abteilung. Einen Tag später erfahren wir, dass nur Kompresse mit Adrenalin bei ihm nicht reichte. Ihm musste tatsächlich mit Strom ein Gefäß in der Nase verödet, also verbrutzelt werden.

Weiterführende Links:

Da man nicht wirklich Vorbeugen kann entfällt diese Punkt heute. Außer auf nicht zu trockene Luft und ausreichend Trinken achten. Dazu natürlich Auslöser wie Nasebohren vermeiden.  Auch ein zu hoher Blutdruck sollte eingestellt werden.Allerdings habe ich eine sehr schöne Informative Seite der Pharmazeutischen Seite gefunden. Klickst du hier. Dazu noch ein Beitrag auf einer von mir geliebten Seite dem NetDoctor .Schaut auch hier vorbei.

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