Veröffentlicht in Erste Hilfe, Hilfe zur Selbsthilfe, Krankheit & Leben, persönlicher Senf

Pseudokrupp der Schreck der Winternacht

In meiner Timeline spülte es mir in letzter Zeit immer wieder Fragen zum Thema Erste Hilfe. Auch waren immer wieder kleinere und größere Unfälle und Dramen zu finden. Dabei wurde deutlich wie unsicher viele waren und das Wissen fehlt. Ich meine das ganz bestimmt nicht wertend. Ganz im Gegenteil.  Wissen schafft Ruhe und Sicherheit in der absoluten Not.

Ich habe mich also entschlossen immer wieder im Rahmen einer Art Reihe Themen der Ersten Hilfe zu erläutern. Mit Fallgeschichten, Maßnahmen, Vorbeugung , persönlichen Geschichten , auch mal einem Video und einfach Mut und Zuversicht. Ich möchte Sie und Euch stützen und stärken. Wenn ich kann möchte ich außerdem helfen schlimmeres zu vermeiden.

Als erstes ist festzuhalten das Pseudokrupp im Gegensatz zum echten Krupp oder der sogenannten Differentzildiagnose (also der Alternative)der Epigltottitis ungefährlich. Diese Alternativen sind ebenso selten, wie lebensgefährlich.  Allerdings weiß auch ich  das ein Pseudokrupp für alle dabei Beteiligeten nervenaufreibend, beängstigend und vor allem unvergesslich ist.

Wichtig ist einmal den Mechanismus zu verstehen und vor allem ruhig zu bleiben. Ich weiß leichter gesagt als getan, wenn man das Gefühl hat das Kind erstickt und selbst mindestens genauso aufgeregt ist.

Also der Reihe nach und ganz klassisch. Definition,Symptome, Mechanismus, Maßnahmen, Prophylaxe. Zu guter letzt noch eine persönliche Geschichte aus meinem Berufsalltag dazu.

Definition:

Pseudokrupp( auch falscher Krupp, Kruppsyndrom, stenotypierende Laryngotracheitis, subglottische Laryngitis) ist eine Entzündung des Kehlkopfes(Larynx) mit akuter Schleimhautschwellung die bevorzugt die Luftröhre(Trachea) unterhalb der Stimmbänder betrifft. Diese Erkrankung ist durch Viren ausgelöst.

Diese Information ist wichtig zur Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen. Auch liegt darin die Ungefährlichkeit und die Therapie begründet.

 

Symptome:

  • tritt meist in der Nacht und in der Winterzeit auf
  • Kind meist seit 1-2 Tagen erkältet mit Schnupfen und etwas Husten
  • kein oder geringes Fieber
  • Atemnot bei der Einatmung
  • Stridor( Pfeiffen) bei der Einatmung und Ausatmung
  • bellender Husten
  • langsamer Beginn
  • heisere Stimme
  • Speichel und Schlucken normal

Meist tritt die Erkrankung  zwischen dem 6. Lebensmonat und 3 Jahren auf. Einige Kinder neigen zu Krupphusten und haben immer wieder damit zu kämpfen. Es herrscht vor allem beim ersten Mal große Angst bei Eltern und Kind.

Hier seht ihr ein Kind mit typischem Krupphusten und Atemnotzeichen( Einziehungen an den Rippen)

 

Maßnahmen:

  • Ruhe bewahren und Kind beruhigen
  • Entweder am offenen Fenster oder im Bad kalte,feuchte Luft atmen lassen
  • Kind mit erhöhtem Oberkörper lagern, am besten auf den Schoß nehmen und beruhigen
  • ggf. 112 wählen und Rettungsdienst alarmieren
  • wenn vorhanden Notfallmedikamente ( Cortison) verabreichen

Allerdings sollte man sich klar machen, dass Cortison auch rektal angewendet mindestens 30 min bis zum Einsetzen der Wirkung benötigt. An oberster Stelle steht die Beruhigung des Kindes und eben die kalte,feuchte Luft die der Schleimhaut beim abschwellen hilft. Den gleichen Effekt soll auch das Cortison erzielen.

 

Der herbeigerufene Rettungsdienst wird wahrscheinlich das Kind bei einem der Bezugspersonen auf dem Arm/Schoß belassen. Es wird evtl. ein entkrampfendes,abschwellendes Medikament vernebelt ( wie Wasserdampf nur mit dem Medikament). Je nach Zustand und Sicherheit der Eltern kann, muss aber nicht eine Klinikeinweisung erfolgen.

Wichtiges:

Die oben beschriebene Erkrankung ist ungefährlich, auch wenn sie sehr bedrohlich wirkt. Wichtig ist allerdings die Symptome der sehr gefürchteten, dank Imfpung aber kaum noch verbreiteten Kehldeckelentzündung (Epiglottitis, supraglottische Laryngotracheitis) zu kennen. Diese Erkankung ist lebensbedrohlich.

  • bakteriell
  • schneller Beginn( Kind war vor wenigen Stunden noch völlig Gesund)
  • tritt zwischen 2 und 7 Jahren auf
  • hohes Fieber
  • kloßige Stimme
  • kaum bis fehlender Husten
  • starker Speichelfluss + sabbern
  • Schlucken behindert

Solltet ihr diese Symptome beobachten ist sofort und ohne zögern der Rettungsdienst zu alarmieren.

 

Dies war nun also der erste Teil meiner kleinen Reihe. Sollten noch Fragen offen sein einfach raus damit. Für Wünsche für den nächsten Teil bin ich gerne offen.

Ansonsten bleibt Gesund und vor allem immer ruhig und besonnen.

 

 

 

 

 

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3 Kommentare zu „Pseudokrupp der Schreck der Winternacht

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